Duale Ausbildung

Die duale Ausbildung ist ein Mix aus Arbeit und Schule. Sie kombiniert die praktische Ausbildung im Betrieb mit theoretischen Ausbildungsinhalten in der Schule, und führt zu einer anerkannten Qualifikation – einem sogenannten Ausbildungsberuf.
In den meisten Fällen basiert das Ausbildungsverhältnis auf einem Vertrag zwischen Unternehmen und Auszubildendem, in dem auch die Bezahlung (Lehrlingsentschädigung) des Auszubildenden festgelegt ist.

Es ist allerdings anzumerken, dass der englische Begriff “Apprenticeship”, der für die duale Ausbildung steht, in vielen Ländern sehr unterschiedlich interpretiert wird.

Die Lehrlingsausbildung umfasst üblicherweise einen Mix aus

1) betrieblicher Ausbildung, in der die Lehrlinge produktiv arbeiten und dadurch neue Kompetenzen erwerben und
2) schulischer Ausbildung, die hauptsächlich durch öffentliche Einrichtungen finanziert und verwaltet werden (z.B. Berufsschulen, Kollegs, anerkannte berufliche Bildungseinrichtungen).

Länderspezifisch gibt es allerdings große Unterschiede in der Ausprägung von der Berufsausbildung. In einigen Ländern ist die Berufsausbildung als dualer Weg fest verankert und führt zu einer anerkannten Berufsqualifikation, während in anderen Ländern diese Form eher unbekannt ist und Arbeitgeber andere Formen der Qualifizierung bevorzugen.

Diese großen Differenzen gehen auf Unterschiede in den politischen Entscheidungen zurück und auf verschiedene Finanzierungsformen. Aus diesem Grund sind auch die Anreize, duale Ausbildungen zu wählen oder anzubieten, in den Ländern unterschiedlich.
In einigen Ländern (z.B. Österreich, Dänemark, England, Deutschland und der Schweiz) erhalten die Auszubildenden ein Gehalt, unabhängig davon, ob sie im Betrieb oder in der Schule sind. Die Personalkosten die während der Schulphase anfallen werden entweder vollständig vom Betrieb übernommen oder der Betrieb teilt sich diese mit dem Steuerzahler.

In Dänemark zum Beispiel werden die Personalkosten für den schulischen Teil der Ausbildung aus einem Fond des Unternehmens erstattet. In Österreich wird dieser Teil der Ausbildungskosten während der schulischen Ausbildung von den öffentlichen Fonds übernommen.

Nutzen für KMU

Ein systematisch organisiertes System dualer Ausbildung ist eine wertvolle Investition für Unternehmen und Auszubildende. Unternehmen bieten Ausbildungsplätze an, um ihren künftigen Fachkräftebedarf zu sichern. Ein weiterer Grund ist die produktive Arbeit, die Auszubildende während ihrer Ausbildung leisten. Für die Auszubildenden selbst ermöglicht die duale Ausbildung einen leichten Zugang zum Arbeitsmarkt und eröffnet Karrierechancen. Kosten und Nutzen der dualen Ausbildung hängen von verschiedenen Faktoren ab:

– Zeiten für Einweisung und Unterricht
– Produktive Beiträge der Auszubildenden
– Das Ausbildungsgehalt
– Den Kosten für die Ausbilder.

Darüber hinaus ist das Umfeld in dem die duale Ausbildung stattfindet von großer Bedeutung. Dazu gehören Arbeitsagenturen, sowie die Charakteristik der Unternehmen in einer Volkswirtschaft wie z.B. die Größe.

Kleinbetriebe

Es gibt Hinweise, dass Kleinunternehmer oft Ausbildungsplätze anbieten. Das könnte daran liegen, dass sie ihr Handwerk selbst als Auszubildende gelernt hatten und deshalb diesen Weg schätzen. Die Umstände mögen sich in Ländern, die eine weniger ausgeprägte Kultur dualer Ausbildungen haben, unterscheiden, insbesondere wenn Arbeitgeber den potentiellen Nutzen dualer Ausbildung nicht verstehen.

Weitere Informationen:
Kuczera, M. (2017), “Striking the right balance: Costs and
benefits of apprenticeship”, OECD Education Working Papers,
No. 153, OECD Publishing, Paris. http://dx.doi.org/10.1787/995fff01-en

Per offrirti il miglior servizio possibile in questo sito utilizziamo i cookies, anche di terze parti a solo scopo statistico. Continuando la navigazione ne autorizzi l'uso. Ulteriori informazioni.